Petra Bialojan. Interview

Petra Bialojan studierte zeitgenössische Tanzpädagogik, Choreographie, Kulturmanagement und Tanztherapie in Hamburg, Münster und London und bildete sich in zahlreichen Workshops in Berlin, München, Budapest und New York tänzerisch fort. Seit dem 1. Oktober 2015 hat sie neben ihrer Unterrichtstätigkeit an der Jugendmusikschule die Leitung des Chorbüros übernommen und unterstützt den Stadtbereich Mitte. Sie arbeitet seit Jahren im Bereich der Kulturvermittlung und es entstanden Stücke in Kooperation mit der staatlichen Jugendmusikschule und dem k3-Zentrum für Choreographie – Tanzplan Hamburg. Sie war als freie Mitarbeiterin im Markentingbereich für die Contemporary Dance School Hamburg, die Springfilm Produktion, die Hamburger Kammerspiele sowie als Praktikantin beim John Neumeier, der Transitions Dance Company London und an der staatlichen Jugendmusikschule Hamburg im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und im Veranstaltungswesen tätig.

Petra Bialojan Petra Bialojan

Vielen Dank, dass Sie sich zu dem Interview bereit erklärt haben. Sie sind mit dreieinhalb Stunden in der Woche die neue Leiterin des Chorbüros –

Bisher lag mein Fokus in der Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule im pädagogischen Bereich und ich freue mich darüber, Neues kennenzulernen.

Wie sah Ihr Alltag an der Jugendmusikschule bisher aus?

Seit fast zehn Jahren arbeite ich an zwei Wochentagen an einer Hamburger Grundschule. Dort setze ich eine Kooperation um, die sich Tanz für dich – Bewegung in der Schule nennt. Hier werden die Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren neben dem regelmäßigen Tanzunterricht an die Themen der kulturellen Bildung herangeführt, die mit Bewegung zu tun haben. Wir besuchen das Ballettzentrum von John Neumeier, schauen Kostümproben in der Oper an oder lassen uns durch zeitgenössische Produktionen auf Kampnagel inspirieren und gucken auch mal einen Videoclip. Daraus entstehen Beiträge, die gelegentlich bei größeren Veranstaltungen wie den Grundschultheatertagen im Thalia Theater gezeigt werden.

Wie sind Sie auf die Stelle des Chorbüros für den Neuen Knabenchor Hamburg aufmerksam geworden?

Im Sommer wurde eine vielseitige Stelle ausgeschrieben. Die bestand ja aus unterschiedlichen Schwerpunkten: dem Chorbüro mit dreieinhalb Stunden in der Woche, Anteilen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Unterstützung des Stadtbereich Mitte. Nach dem Wechsel in der Leitung der Jugendmusikschule hatte ich den Eindruck, dass die pädagogische Leitung und Musikschulleitung zusammenarbeiten werden. In diesen neuen Prozess wollte ich gern einsteigen.

Was fanden Sie so reizvoll an der Aufgabe im Chorbüro? Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit der neuen Tätigkeit?

Besonders reizvoll fand ich die Vielseitigkeit dieser Aufgabe. Von Oktober bis Dezember diesen Jahres habe ich mich als erste Station ausschließlich auf das Chorbüro fokussiert, die Konzertvorbereitungen miterlebt und die Buchung für die Probenfahrten im nächsten Jahr auf den Weg gebracht. Die Unterstützung durch meine Vorgängerin und der Vorstand hat diesen Einstieg sehr erleichtert und wir hatten viel Spaß beim Kennenlernen.

Und die ersten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Verein?

Dort bin ich freundlich empfangen worden. Es war spannend zu sehen, wie dort gearbeitet wird. Vor allem, weil wir ja räumlich und zeitlich oft getrennt voneinander arbeiten. Besonders erwartungsvoll bin ich hinsichtlich des Jubiläumsjahres und noch mehr Mitglieder und Förderer gewinnt als ohnehin schon. Beispielsweise auch in Form einer Kulturpatenschaft oder einer regelmäßigen Unterstützung im Marketing.

Kannten Sie den Neuen Knabenchor Hamburg bevor Sie das Chorbüro übernommen haben?

Ja, der Neue Knabenchor Hamburg ist jedem an der Jugendmusikschule ein Begriff.

Was wird sich in Zukunft im Chorbüro ändern?

Das große Glück für den Chor bisher war, dass meine Vorgängerin als Stadtbereichsassistentin ihr Büro und einige Unterrichtsstunden als Lehrkraft am Mittelweg hatte und sie daher viel Arbeit zwischendurch erledigen konnte. Bei mir ist das anders. Ich bin nur an einem Nachmittag in der Woche vor Ort, am Mittwoch von drei bis halb sieben. Mehr Kapazitäten gibt es für diese Stelle nicht. Mit dem Titel Chorbüro assoziieren viele Eltern natürlich ein Schulbüro, das viel präsenter sein kann als ich in meiner Position. Da hoffe ich auf Verständnis. Herr Bauditz, Herr Stegmann und ich werden noch besprechen, wie wir die Abläufe bestmöglich gestalten, damit insbesondere bei den Kommunikationswegen keine Ressourcen verschwendet werden.

Zum Abschluss die traditionelle Frage: Was wünschen Sie dem Chor für die Zukunft?

Erfolg bei der Durchführung des Jubiläumsjahres und natürlich viel Freude am Singen. Dazu hochwertigen Unterricht wie bisher und neben dem künstlerischen Vorankommen ein zielführendes Marketing und viele wohlwollende Unterstützer und Helfer!